home
Wozu dient Psychotherapie eigentlich – einige grundsätzliche Überlegungen:
In den USA gehört es inzwischen beinahe schon zum guten Ton, zum Psychotherapeuten zu gehen. In Deutschland hingegen wird dieses Thema immer noch tabuisiert, ähnlich der Depression. Erkrankungen der Seele sind eben nur schwer zu fassen und zu verstehen und man sieht sie niemandem an. Menschen, die eine Psychotherapie erfolgreich abgeschlossen haben, sagen hingegen, dass sie sich gerne einen privaten Therapeuten leisten würden. Um diesen scheinbaren Widerspruch begreifen zu können, muss zunächst einmal überlegen, aus welchen Gründen Menschen eine Psychotherapie machen.
Es gibt die unterschiedlichsten Therapieformen: Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Gruppentherapie oder Paartherapie (Paarberatung), um nur einige Beispiele zu nennen. (In den letzten Jahren sind sogar einige Bereiche des Coachings mit einzelnen Bereichen der Psychotherapie verknüpft worden.) In Absprache mit dem Therapeuten wird die passende Form gewählt. Eine Psychotherapie kann in extremen Fällen bei Traumatas, Psychosen, Depressionen und neurologischen Erkrankungen helfen und wird zumindest im stationären Bereich immer begleitend eingesetzt. Aber auch psychisch gesunde Menschen begeben sich in die Hände eines Therapeuten, um an ihrer Selbstsicht zu arbeiten. Reflektion ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Der Patient lernt die Alltagssituationen, in denen er beispielsweise den Zwang verspürt, immer das Wohl anderer vor das eigene zu stellen, zu erkennen und entwickelt Strategien, um das Verhalten zu ändern. Das heißt nichts anderes als dass eine Psychotherapie eine Verhaltensänderung bewirkt, die der Patient bewusst herbeiführt, indem er alte Denk- und Verhaltensmuster ablegt und sie durch neue ersetzt. Wenn man bedenkt, über welch langen Zeitraum das individuelle Verhalten entsteht, wird verständlich, weshalb die Änderung und Neustrukturierung auch einige Zeit in Anspruch nimmt.
In der Folge kommen die Patienten besser im Alltag zurecht, fühlen sich wohler und lernen auf sich selbst zu achten und zu hören. Die eigene Wertschätzung nimmt zu und eine positivere Weltsicht stellt sich ein. Obwohl eine Therapie ein großes und hartes Stück Arbeit bedeutet, ist sie auch Luxus, denn in der Therapiesitzung kann und darf man ohne schlechtes Gewissen egoistisch sein und nur an sich denken. Man muss keine Rücksicht und kein Blatt vor den Mund nehmen. Diesen Luxus vermissen ehemalige Patienten und lassen sich zu obigen Aussagen hinreißen.
Alle Informationen wurden zur Verfügung gestellt von: Kunsttherapie Wien