Psychologie u. Esoterik
In den letzten Jahren kam es im Zuge der Esoterikwelle immer häufiger zu psychologisch oder auch therapeutisch orientierten Schulen, die sich etablieren konnten. Klassische Psychotherapeuten haben also von Esoterikern Konkurrenz bekommen. Der folgende Text untersucht daher die Möglichkeiten dieser esoterischen Ansätze, zeigt die Unterschiede und spricht auch die Probleme, die dadurch entstehen können, an.
“Esotherische” Formen der Psychotherapie:
Esoterische Schulen, die es für sich in Anspruch nehmen auch psychotherapeutisch wirken zu können, sind z. B. “Rebirthing”, “Reiki” oder die Reinkarnationstherapie. Während beim Rebirthinf der Focus auf der Auflösung des Geburtstraumas mittels so genannten “holotropen Atmens” liegt, versucht Reiki Blokaden durch “kosmische Energien” zu lösen, wogegen die Reinkarnationstherapie für sich in Anspruch nimmt, dass heutige Probleme überhaupt erst durch Aktivitäten in “vergangenen Leben”, entstanden sind. All diesen Ansätzen ist eines gemeinsam: Aus dem Blickpunkt der Wissenschaftlich, konnte noch keine einzige dieser Theorien auch nur annähernd bewiesen werden, und die Heileffekte dieser “Therapieformen” sind nachgewiesener Maßen mehr als spärlich.
Ein zusätzliches Problem, das aber den meisten Ratsuchenden gar nicht bewußt wird, das ist die Tatsache, dass für diese esoterischen Ansätze der Psychotherapie keinerlei Ausbildung gefordert wird. Auch gesetzliche Normen und mindeststandards existieren in diesen Bereichen eigentlich nicht. Die Patienten sind den jeweiligen “Therapeuten” mehr oder minder komplett ausgeliefert.
Wiedersprüchliche Lösungsansätze:
Während die offizielle Psychotherapie zu den verschiedenen Problemen des Lebens zwar häufig auch unterschiedliche Meinungen hat, so ist im Bereich der Esoterik ein einzigartiger Wildwuchs festzustellen. Natürlich: Ein Jungianer und ein Freudianer sind sich in wesentlichen Punkten uneins, verstehen aber wenigstens das Anliegen ihres Gegenübers. Ein Rebirther und ein Reinkarnationstherapeut werden aber wahrscheinlich für das selbs Thema – z. B. eine psychische Krankheit – vollkommen unterschiedliche Ursachen postulieren: Das Geburtstrauma oder eine frühere Existenz. In diesem Bereich ist also keinerlei sinnhaftes oder logisch fundiertes Theoriegebäude sichtbar. Auch alle anderen Probleme des Lebens (Partnerschaft, Krankheit, Tod…) werden meist willkürlich in bestehende Schematas der eigenen Schule gepresst. Das Resultat ist dann meist unfreiwillig komisch: Denn anstatt im Falle von Problemen der Sache auf den Grund zu gehen ( z. B. das Beziehungsproblem lösen) , sucht man die Lösung in der “spirituellen Suche nach dem eigentlichen Seelenpartner” oder bei anderen mehr oder minder obskuren Techniken.
Die Abhängigkeit:
Viele Esoterische Schulen versuchen ihre Patienten abhängig zu machen. Während traditionell arbeitende Psychotherapeuten versuchen die Abhängigkeit der Patienten zu minmieren, ist dies im Bereich der Esoterik oft nicht der Fall. Für Sekten und Psychogruppen ist das Verbleiben der Mitglieder von essentieller Bedeutung. Sie denken gar nicht daran die Bande zu kappen, ganz im Gegenteil!